Mein täglich Brot

kartoffelbrot
Vorbereitungen für mein erstes Kartoffelbrot.

Da ich mir letztes Jahr am 7. Mai alle Knochen gebrochen habe dachte ich mir, dass ich heute etwas anderes machen sollte. Kartoffelbrot zum Beispiel.

Eigentlich hätte ich gerne eine Religieuse oder Macarons oder Pralinen gemacht. Etwas Französisches, Raffiniertes, Leichtes, Schönes, Filigranes, Verziertes, Farbiges, Aufwendiges. Mit viel Tamtam und Chichi, Glitzer und Dekorationen drumherum.

Aber schlussendlich habe ich mich für ein Brot entschieden.

Brot ist einfach. Brot ist Heim und Herd. Brot ist zu Hause. Brot erdet.

Brot backen hat etwas sehr beruhigendes, schon fast meditatives. Sich Zeit nehmen. Die Zutaten abwägen und mischen, den Teig kneten, ihn aufgehen lassen und dann backen. Der Duft, wenn man es aus dem Ofen nimmt. Das Geräusch, wenn man es bricht. Das Brot noch ganz warm essen, obwohl es die Mutter doch verboten hat, weil man davon Bauchweh bekommt.

Es war immer ein gutes Zeichen, wenn ich Brot gebacken habe. Speckbrötchen und Zopf zu Hause, Baguettes in Bordeaux, Focaccia in der WG, Nussbrötchen in Genf und Sauerteigbrot in Aalst. Leider habe ich vor fast zwei Jahren aufgehört als es mir sehr schlecht ging.

Jetzt fange ich also wieder damit an.

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Gute Vorsätze

Ich wäre gerne disziplinierter und fähig mir selber eine Struktur zu geben, an die ich mich auch tatsächlich halte. Ohne äusseren Druck. Einfach so, weil ich es beschlossen habe und es dann auch durchziehe.

Das könnte zum Beispiel sein jeden Tag irgendetwas hier zu schreiben. Niemand kontrolliert mich. Nur ich selber.

In Barcelona habe ich das probiert und abends einfach irgendetwas geschrieben, was mir gerade einfiel. Etwas darüber wie mein Tag war oder was mir durch den Kopf ging.

Das merkt man als Leser wahrscheinlich gar nicht, aber meistens habe ich den Anspruch, dass meine Beiträge irgendwie informativ, interessant oder unterhaltsam sind. Ja, man höre, lese und staune, ich verbringe öfters Stunden vor dem Laptop um einen Eintrag fertigzustellen. Dann überarbeite ich ihn noch so an die zehn Mal… manchmal auch noch ein paar Monate später…

Wenn ich mich davon lösen kann und mir erlaube einfach IRGENDETWAS zu schreiben – und seien es nur zwei Sätze, könnte es vielleicht eher klappen.

Ich versuchs mal. Pfadfinderehrenwort: Eine gute Tat am Tag. Naja,«gut» ist Ansichtssache. Vielleicht muss man das für die Menschen mit Depressionen leicht abändern: Eine Tat am Tag. Und gut ist.

Heute bin ich von Barcelona zurück nach Zürich geflogen. Weil ich – mal wieder (der Wein von gestern Nacht lässt grüssen) – zu spät drann war, hätte ich beinahe meinen Bus zum Flughafen verpasst. Dann hatte der Flug natürlich Verspätung, aber ich habe mich nicht getraut, noch irgendwo schnell etwas zu essen. Dabei wollte ich unbedingt noch Churros mit Schokolade essen solange ich in Spanien bin.

Dann muss ich wohl wieder einmal kommen.

Es gibt einiges, was ich noch tun wollte.

liste patisserie chocolaterie barcelona
Evil Lynn’s List…

Nicht nur um meine Freundin wieder besuchen, sondern auch weil ich meine Liste mit den 30 Chocolaterien und Pâtisserien noch nicht abgearbeitet habe.

Zwischendurch habe ich sie schweren Herzens auf die wichtigsten 10 reduziert (aber das war auch ein wenig zu viel in drei Tagen). Ein paar existieren offenbar auch gar nicht mehr (was ich selbstverständlich erst feststellte als ich direkt vor der Tür stand) und andere waren gerade für die Siesta geschlossen als ich mir die Nase an den Schaufenstern platt drückte.

Dafür ist die Schwester meiner Freundin Pâtissière und hat mir noch die eine oder andere Adresse zugesteckt!:-)

Und ich wollte auch auf den grossen Markt gehen und in ein paar Supermärkte. Ich war nur kurz im Carrefour (eigentlich vor allem aus Bordeaux-Nostalgie, obwohl ich eher ein Auchan-Kind war).

Ich LIEBE es durch Supermärkte in anderen Ländern zu wandern und mir alles anzuschauen… Echt, ich verbringe jeweils Stunden damit. In Barcelona gab es zum Beispiel so riesige Schinken mit Bein und Huf und allem drann! Oder so lustige Müesli-Verpackungen! Supermärkte sind die Quintessenz der jeweiligen Kultur!

 

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Hello again!

Wie bereits angekündigt habe ich heute meine Freundin zum ersten Mal nach sieben Jahren getroffen.

Ich erkenne sie sofort, obwohl sie auf die Entfernung kaum auszumachen ist. Ich weiss einfach, dass sie es ist.

Wir umarmen uns und schwatzen gleich drauflos während sie mich geschickt durch Barcelonas Strassen führt bis wir uns in einem Restaurant am Strand setzen.

Es wäre übertrieben zu sagen, dass es genau wie früher war. Wir sind beide älter geworden. Aber die gegenseitige Sympathie ist immer noch da.

Obwohl wir unterschiedliche Erfahrungen gemacht haben sind wir uns auch in vielem Ähnlich. Wir haben beide lange Zeit im Ausland verbracht und irgendwie scheint uns etwas immer wieder in die Ferne zu locken.

Beim Thema Männer verdrehen wir beide die Augen und kommen zum Schluss, dass wir irgendwie einfach kein Glück mit ihnen haben.

Wir erinnern uns an die gemeinsame Zeit in Bordeaux, sprechen über alte Freunde, überwundene Sprachhürden, Erlebnisse, Tage am Strand und Nächte am Miroir d’Eau.

kondom15
Einmal gestoppt – nie mehr gepoppt.

Sie vertraut mir an, dass diese Wochen sie sehr geprägt haben. Sie war damals die jüngste in unserer Gruppe, gerade 18 geworden und hatte ein katholisches Gymnasium besucht. «Durch euch bin ich erwachsen geworden!» , erzählt sie mir lachend. «Zuvor hatte ich noch nie Alkohol getrunken oder jemanden geküsst. Ich hatte noch nicht einmal eine Ahnung was ein Kondom ist!»

Wir haben noch eine Gemeinsamkeit: Wir haben es beide geschafft, dass unsere Kondome das Verfallsdatum überschritten haben (das dauert normalerweise etwa 5 Jahre ab Herstellung…). «Ich habe mein erstes in Bordeaux bekommen und es immer noch hier in meiner Brieftasche weil ihr mir gesagt habt, es sei sehr wichtig immer eins dabei zu haben!»

Ach ja… die gute alte Zeit. Als ich noch Vorträge über ungeschützten Geschlechtsverkehr hielt. Und mir Kondompackungen kaufte, weil ich sie ja möglicherweise eines Tages (oder Nachts) brauchen könnte…!

Ich freue mich darauf, sie morgen wieder zu sehen. Sie ist toll. Und ich fühle mich davon weder eingeschüchtert noch sonstwie verängstigt. Es ist schön jemandem so gut in Erinnerung geblieben zu sein.

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